Viele Wege. Eine Verantwortung.
veröffentlicht am in Retten & Mobile Tierrettung
Wenn Tiere zu TERRA MATER e.V. kommen
Fundtier, Abgabetier oder amtliche Fortnahme – die Wege sind unterschiedlich. Doch eines haben alle Tiere gemeinsam: Sie brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Viele Wege – ein Ziel: Hilfe für das Tier
Nicht jedes Tier, das in unseren Tierauffangstationen aufgenommen wird, kommt aus schlechter Haltung.
Manche werden gefunden und als Fundtiere zu uns gebracht. Andere können ihre Halterinnen und Halter aufgrund einer Erkrankung, finanzieller Schwierigkeiten oder einer persönlichen Notlage nicht mehr versorgen. Und bei manchen Tieren müssen Behörden eingreifen, weil ihr Wohl gefährdet ist.
Die Gründe sind unterschiedlich. Unsere Verantwortung beginnt mit der Aufnahme.
Wenn das Leben sich verändert
Eine Notlage kann jeden treffen. Wenn Menschen ihre Tiere nicht mehr ausreichend versorgen können, kann die Abgabe der verantwortungsvolle Schritt sein.
Für uns bedeutet das nicht, über die Menschen zu urteilen. Im Mittelpunkt steht das Tier: Es braucht jetzt eine sichere Unterbringung und eine gute Perspektive.
Wenn Behörden eingreifen müssen
Anders ist die Situation bei einer amtlichen Fortnahme oder Sicherstellung.
Stellt das zuständige Veterinäramt fest, dass Tiere erheblich gefährdet sind oder eine Haltung nicht den tierschutzrechtlichen Anforderungen entspricht, können sie aus ihrer bisherigen Haltung genommen und in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden.
Solche Tiere kommen nicht selten mit gesundheitlichen Problemen, Verhaltensauffälligkeiten oder schlechten Erfahrungen zu uns. Manche brauchen medizinische Versorgung, andere vor allem Ruhe, Sicherheit und Zeit.
Und manchmal müssen sie lange warten: Laufende behördliche oder rechtliche Verfahren können dazu führen, dass ein Tier zunächst nicht vermittelt werden darf.
Für ein Tier, das endlich in Sicherheit ist, bedeutet das: Es wartet weiter auf sein Zuhause.
Schlechte Tierhaltung beobachtet – was tun?
Immer wieder erreichen TERRA MATER e.V. Hinweise auf möglicherweise nicht artgerechte Tierhaltungen. Auch werden wir gebeten, direkt einzugreifen.
Das dürfen wir nicht.
TERRA MATER e.V. hat keine hoheitlichen Befugnisse und kann Tiere nicht eigenständig aus einer Haltung nehmen.
Bei einem Verdacht auf tierschutzwidrige Haltung ist deshalb zunächst das Veterinäramt als zuständige Stelle gefragt.
Das Veterinäramt prüft die Situation und entscheidet über notwendige Maßnahmen.
Wird eine behördliche Fortnahme oder Sicherstellung angeordnet, kann TERRA MATER e.V. hinzugezogen werden. Dann übernehmen wir die Aufnahme, Versorgung und Betreuung der Tiere.
Die Behörden entscheiden – TERRA MATER e.V. hilft den Tieren.
Was danach kommt
Mit der Aufnahme beginnt unsere Verantwortung.
Wir untersuchen und versorgen kranke Tiere, kümmern uns um ihre täglichen Bedürfnisse und geben ihnen die Zeit, die sie brauchen.
Manche sind schnell bereit für ein neues Zuhause. Andere benötigen Wochen oder Monate. Gerade Tiere aus schwierigen Haltungsbedingungen brauchen häufig mehr als medizinische Versorgung: Sie müssen wieder Vertrauen entwickeln, Sicherheit kennenlernen und manchmal ganz grundlegende Dinge lernen.
Das braucht Geduld. Und Menschen, die nicht aufgeben.
Unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger begleiten die Tiere Tag für Tag. Sie erleben Fortschritte – aber auch die Folgen dessen, was Tiere vorher ertragen mussten. Manche Geschichten bleiben dabei besonders lange im Gedächtnis.
Eine zweite Chance beginnt mit Sicherheit
Wir können nicht ändern, was einem Tier passiert ist.
Aber wir können dafür sorgen, dass es von nun an anders wird.
Bei TERRA MATER e.V. bekommt es die notwendige Versorgung, Zeit und Betreuung. Und wenn es so weit ist, suchen wir ein Zuhause, das wirklich zu seinen Bedürfnissen passt.
Tierschutz bedeutet nicht nur, ein Tier aus einer Notlage zu retten. Tierschutz bedeutet auch, ihm danach eine echte Perspektive zu geben.
Viele Wege zu uns. Eine gemeinsame Aufgabe.
Fundtiere, Abgabetiere, Tiere aus Sicherstellungen oder amtlichen Fortnahmen – hinter jedem Tier steht eine eigene Geschichte.
Unsere Aufgabe ist es, genau hinzusehen, das Tier individuell zu versorgen und die bestmögliche Perspektive zu schaffen.
Denn am Ende zählt nicht, warum ein Tier zu uns gekommen ist. Sondern, dass es Hilfe bekommen hat.
Hinter jeder Fortnahme steht ein Tier
Wie unterschiedlich die Fälle sein können, zeigen Beispiele aus der Arbeit von TERRA MATER e.V.:
Vögel aus nicht artgerechter Haltung
38 Agaporniden, 16 Nymphensittiche, 11 Wellensittiche, Kanarienvögel, Sittiche und Zebrafinken wurden aus einer Haltung übernommen, in der ihnen unter anderem ein geeigneter Schutzraum fehlte. Einige Tiere hatten verkrüppelte Füße oder deformierte Schnäbel. Ein nahezu blinder Rosella blieb dauerhaft in unserer Tierauffangstation in Lustadt.
Schäferhündin mit drei Welpen
Eine Schäferhündin und ihre erst eine Woche alten drei Welpen kamen zu uns, nachdem gegen den Halter ein Tierhalteverbot bestand. Die Hündin war unterernährt und verstört.
20 Deutsche Riesen
20 Kaninchen lebten in viel zu kleinen Käfigen, teilweise in Einzelhaltung. Wasser und Heu standen nicht ausreichend zur Verfügung, artgerechte Frischfütterung kannten die Tiere nicht. Weil viele Böcke unkastriert waren, kam es zudem immer wieder zu unkontrolliertem Nachwuchs.
Illegaler Welpentransport
Bei einem illegalen Transport von Ungarn nach England wurden unter anderem hochtragende, nicht ausreichend geimpfte Hündinnen und ein junger Rüde mit unbehandeltem Beinbruch entdeckt. TERRA MATER e.V. nahm eine Hündin mit drei Welpen auf, um das zuständige Tierheim zu entlasten.
Diese Beispiele zeigen: Eine behördliche Fortnahme ist kein Verwaltungsakt, der mit der Unterbringung eines Tieres endet. Für das Tier beginnt damit häufig erst der Weg zurück in ein sicheres und artgerechtes Leben.
Helfen Sie mit, dass Tiere schnell nach Hause finden
Auch bei Fundtieren können Sie helfen: Lassen Sie Ihr Tier chippen und registrieren Sie die Chipnummer bei einem Haustierregister wie TASSO. Erst die Registrierung ermöglicht es, einen gefundenen Hund oder eine gefundene Katze schnell seinem Halter zuzuordnen.
Das spart Tier und Mensch unnötige Wartezeit, Sorgen und Kosten.
Auch unsere Community unterstützt uns dabei, indem sie Fundtiermeldungen und Suchaufrufe teilt. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass vermisste Tiere schneller wieder nach Hause kommen.
Bitte nicht vergessen: Chippen und registrieren!