Tierschutz geht uns alle an

veröffentlicht am in Pflegen & Schützen

Tierschutz geht uns alle an – und ist systemrelevant!

Warum Tierschutz keine Option, sondern eine Verantwortung ist

Unsere Arbeit ist herausfordernd, oft gefährlich, aber vor allem sinnstiftend. Tierpfleger:innen und alle Mitarbeitenden im Tierschutz begegnen täglich neuen Herausforderungen: kranke, verängstigte, aggressive, verwahrloste oder ausgesetzte Tiere – und gleichzeitig zahllose Geschichten von Hoffnung, Heilung und zweiter Chancen.

Viele Menschen glauben, die Arbeit im Tierheim bestehe aus Streicheln und Füttern. Tatsächlich ist sie anspruchsvoll, körperlich fordernd, emotional belastend – und sie ist systemrelevant. Denn ohne Tierheime, engagierte Tierschützer:innen und ausgebildete Tierpfleger:innen würden in Deutschland elementare Aufgaben nicht erfüllt werden können.
Warum? Weil Tierheime täglich systemrelevante Aufgaben für Kommunen, Ordnungsämter und das Gemeinwohl übernehmen.

Warum sind Tierheime systemrelevant?

In Deutschland gibt es heute über 34 Millionen Haustiere, davon rund 16 Millionen Katzen und über 10 Millionen Hunde. Täglich werden Fund- und Abgabetiere in Tierheimen untergebracht — darunter auch Tiere, die von Behörden beschlagnahmt und gesichert werden. Tierheime sind in vielen Kommunen gesetzlich verpflichtet, diese Tiere aufzunehmen und zu versorgen. Ohne sie würde ein funktionierendes Fund- und Schutzsystem für Tiere zusammenbrechen.

Eine oft unterschätzte Tatsache ist, dass Tierheime eine systemrelevante Funktion erfüllen. Fundtiere gelten laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB, § 965 ff.) als Fundsache und sind somit ein Problem der Städte und Gemeinden. Diese sind gesetzlich verpflichtet, sich um Fundtiere zu kümmern. Da Kommunen jedoch selten eigene Einrichtungen zur Unterbringung haben, übernehmen Tierheime diese Aufgabe – oft ohne ausreichende finanzielle Unterstützung. Ohne Tierheime müssten Städte und Gemeinden selbst Lösungen finden, was eine erhebliche organisatorische und finanzielle Belastung darstellen würde. Auch im Bereich der Gefahrenabwehr sind Tierheime von Bedeutung, da aggressive oder schwer vermittelbare Tiere nicht einfach sich selbst überlassen werden können. Trotz dieser wichtigen Funktion wird die Arbeit von Tierheimen in der Öffentlichkeit oft nicht als systemrelevant wahrgenommen.

Fundtiere sind keine Fundsache für das Fundbüro — dafür sind wir zuständig. Für jedes aufgenommene Tier erhalten Tierheime von den Kommunen eine Pauschale. Diese deckt jedoch in der Regel nur einen Bruchteil der tatsächlich entstehenden Kosten ab.

Tierheime übernehmen Aufgaben, die für eine funktionierende Gesellschaft unverzichtbar sind:
•    Aufnahme und Versorgung von Fundtieren
•    Verwahrung und Pflege von beschlagnahmten Tieren
•    medizinische Versorgung, Resozialisierung und Vermittlung
•    Notfallversorgung für verletzte Wildtiere
•    Sicherstellung und Schutz gefährlicher oder verhaltensauffälliger Tiere
Ohne Tierheime könnten Behörden ihre gesetzlichen Pflichten gegenüber Tieren nicht erfüllen.

Kosten und Realität – ein Beispiel
Ein Fundhund bleibt bei uns im Schnitt mindestens 60 Tage, eher länger.

Kostenbeispiel: Hund

  • 60 Tage Unterbringung: 750 €
  • Erst- und Zweitimpfung: 100 €
  • Kastration: 300–500 €
  • Chippen: 30 €

Kosten gesamt (nur Grundkosten): ca. 1.400 €

Defizit pro Hund: bis zu 1.000 €

Dazu kommen oft noch Operationen, Physio, Verhaltenstherapien und Spezialtraining — alles finanziert durch Spenden und Vereinsmittel.

Einnahmen:
Schutzgebühr bei Vermittlung: 350 €
Zuschuss von Stadt/Gemeinde, wenn Verträge bestehen: meist nur für Unterkunft, keine medizinischen oder Sonderkosten.
Fazit: Ohne Spenden und ehrenamtliches Engagement wäre diese Arbeit nicht leistbar.

Tägliche Gefahren und psychische Belastung

Viele ahnen nicht, wie gefährlich und belastend die Arbeit in Tierheimen sein kann. Tierpfleger: innen versorgen nicht nur harmlose Kuscheltiere, sondern auch aggressive oder traumatisierte Tiere. Es kommt immer wieder zu Übergriffen durch frühere Halter: innen, die beschlagnahmte Tiere gewaltsam zurückholen wollen. Unsere Mitarbeitenden geraten in Situationen, die körperlich und seelisch  belastend sind — und dennoch gehen sie mit Herzblut und Verantwortung ihrer Aufgabe nach. Diese Aufgaben werden oft unterschätzt – sind aber systemrelevant für Ordnung, Sicherheit und Tierschutz.

Verwilderte Katzen: Ein unterschätztes Problem

In Deutschland leben über 2 Millionen verwilderte Hauskatzen. Die Vorstellung, sie könnten draußen ein freies, glückliches Leben führen, ist eine Illusion. Viele stammen von ehemaligen Wohnungskatzen ab, sind krank, unterernährt und verletzungsgefährdet. Durch fehlende Kastrationen verschärft sich das Problem dramatisch.

Die Folge:
Tierheime sind längst nicht mehr nur während der „Kittenzeit“ im Sommer überfüllt, sondern ganzjährig. Viele dieser Katzen sind krank, tragend oder Waisen, die aufwendig per Hand aufgezogen werden müssen.

Warum Kennzeichnung und Registrierung Pflicht sein sollte

Das Problem: Nur ca. 20 % der gekennzeichneten Fundtiere sind bei einem Haustierregister wie TASSO registriert.
Die Lösung: Ein bundesweites, verpflichtendes Kennzeichnungs- und Registrierungssystem für Haustiere, unterstützt durch eine verpflichtende Kastrationsverordnung für Freigängerkatzen.

Warum?

  • Tiere könnten schneller zurück zu ihren Halter:innen vermittelt werden.
  • Tierheimkosten würden sinken.
  • Tierleid würde reduziert.

Funfact: Die Registrierung bei TASSO ist kostenlos — und trotzdem wird es viel zu selten genutzt.

Chippen und registrieren spart nicht nur Nerven, sondern auch den Geldbeutel der Besitzerinnen und Besitzer für die Unterbringung und Versorgung der Tiere, die oft in großer Sorge sind. Zudem bedeutet für die Hausetiere jeder Tag im Tierheim purer Stress.

Unsere Arbeit in Zahlen

TERRA MATER e.V. betreibt seit über 25 Jahren eigene Tierauffangstionen:

  • Rund 1.000 Tiere nehmen wir jährlich auf
  • Über 500 Tiere versorgen wir täglich in unseren Stationen
  • Davon über 250 Katzen, regelmäßig mehr als 50 Katzen-Babys
  • Zusätzlich: Wildtiere wie Igel, Tauben, Enten, Schwäne, Eichhörnchen und Greifvögel
  • Reptilienstation mit rund 110 Tieren
  • Über 85 % der Wildtiere können wir wieder auswildern

Was Sie tun können

Tierschutz ist Gemeinschaftsaufgabe. Jede Hilfe zählt — ob als Privatperson, Unternehmen, Schulklasse oder Verein. Ob durch Geld-, Sach- oder Pfandbonspenden, Firmenaktionen, Fördermitgliedschaft, Tierpatenschaft oder testamentarische Zuwendungen.

Ohne die Unterstützung unserer Community wäre all das nicht möglich.
Wir sind dankbar für jede Spende, jeden geteilten Aufruf, jede helfende Hand. Besonders beeindruckend: Menschen, die selbst wenig haben, vergessen die Tiere nicht.

Die Tierschutzarbeit ist für uns sehr kostenintensiv.

Jede Spende zählt! Ihr Beitrag kommt dem Tierschutz zugute. Wenn Sie glauben, dass aktiver Tierschutz ein wichtiges Anliegen in unserer Gesellschaft ist und Sie sich engagieren möchten, bieten wir verschiedene Möglichkeiten zur Unterstützung an. Sie können Mitglied oder Tierpate werden, einmalige oder regelmäßige Spenden leisten, an Spendenaktionen teilnehmen oder eine Erbschaft zugunsten von TERRA MATER e.V., seinen Tieren und Projekten, hinterlassen.

Tiere haben keine Stimme. Geben wir ihnen gemeinsam eine.
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit — und helfen Sie uns, das System Tierschutz am Laufen zu halten.

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