Herbstzeit - Igelzeit
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Igel im Herbst und Winter: So können wir ihnen helfen
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt für Igel eine wichtige Zeit. Sie müssen sich ausreichend Fettreserven für den Winterschlaf anfressen und einen geschützten Platz finden, an dem sie die kalte Jahreszeit überstehen können. Doch nicht jeder Igel, der im Herbst noch durch den Garten läuft, braucht Hilfe. Oft ist es das Beste, ihn einfach in Ruhe zu lassen.
Gut vorbereitet auf den Winter
Auch im Herbst sind Igel noch unterwegs. Vor allem junge Tiere suchen nach Nahrung, um sich genügend Reserven für den Winter anzufressen. Solange sie munter wirken, gezielt nach Futter suchen und die Witterung es zulässt, ist das zunächst kein Grund zur Sorge.
Abhängig von den Temperaturen und ihrem Entwicklungsstand ziehen sich Igel meist im Laufe des Herbstes in ihre Winterquartiere zurück. Dafür nutzen sie beispielsweise Laub- und Reisighaufen, dichte Hecken oder andere geschützte Verstecke. Dort verbringen sie die kalte Jahreszeit häufig bis ins Frühjahr.
Besonders junge Igel müssen sich im Herbst ausreichend Fettreserven für den Winterschlaf anfressen. Als grobe Orientierung gilt, dass ein Jungigel bis in den November hinein möglichst etwa 500 bis 600 Gramm wiegen sollte. Ob er damit gut durch den Winter kommt, hängt jedoch auch von seinem Entwicklungsstand, seinem Gesundheitszustand, der Witterung und dem verfügbaren Nahrungsangebot ab. Ein bestimmtes Gewicht oder ein festes Datum allein sagt deshalb nicht zuverlässig aus, ob ein Igel menschliche Hilfe benötigt.
Solange ein Igel munter und aktiv ist, gezielt nach Nahrung sucht und ausreichend Futter findet, sollte er möglichst ungestört bleiben. Wirkt er dagegen auffallend dünn, apathisch, geschwächt oder verletzt, ist fachkundiger Rat gefragt. Im Zweifel hilft eine erfahrene Igelstation oder eine igelkundige Tierarztpraxis bei der Einschätzung, ob Unterstützung notwendig ist.
Die Pflege und Überwinterung eines Igels ist anspruchsvoll und gehört in erfahrene Hände. Wer unsicher ist, sollte sich deshalb an eine Igelstation oder eine igelkundige Tierarztpraxis wenden, bevor das Tier eigenständig versorgt wird.
Ein igelfreundlicher Garten beginnt mit Laub und natürlichen Verstecken
Ein aufgeräumter Garten ist nicht unbedingt ein guter Lebensraum für Wildtiere. Gerade im Herbst sind Laub, Zweige und dicht bewachsene Ecken für Igel besonders wertvoll. Zwischen den Blättern finden sie kleine Beutetiere wie Käfer, Würmer und andere wirbellose Tiere. Gleichzeitig bieten Laub- und Reisighaufen Schutz und geeignete Möglichkeiten, ein Winterquartier anzulegen.
Wer Igel unterstützen möchte, kann schon mit wenigen Veränderungen viel bewirken:
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Laub liegen lassen: Harke das Laub an geeigneten Stellen unter Hecken und Sträucher oder lass einen geschützten Laubhaufen im Garten bestehen.
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Verstecke erhalten: Reisighaufen, dichtes Gebüsch und ruhige Gartenecken bieten Schutz. Eine geeignete Igelhütte kann das Angebot ergänzen.
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Wasser bereitstellen: Eine flache Schale mit frischem Wasser hilft Igeln beim Trinken. Milch ist ungeeignet und kann Verdauungsprobleme verursachen.
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Durchgänge schaffen: Igel legen auf ihrer Nahrungssuche oft größere Strecken zurück. Kleine Öffnungen in Zäunen ermöglichen ihnen, zwischen Gärten zu wechseln.
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Vorsicht bei der Gartenarbeit: Vor dem Umsetzen von Laub- und Reisighaufen sowie vor dem Einsatz von Gartengeräten sollte immer kontrolliert werden, ob sich Tiere darin verstecken.
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Mähroboter vermeiden: Besonders nachts können sie für Igel zur Gefahr werden. Am sichersten ist es, auf ihren Einsatz zu verzichten, insbesondere in der Dämmerung und während der Nacht.
Auch beim Füttern ist Zurückhaltung wichtig. Ein naturnaher Garten mit ausreichend Nahrung und Versteckmöglichkeiten ist die beste Grundlage. Scheint ein Igel tatsächlich zusätzliche Unterstützung zu benötigen, sollte die Fütterung mit einer fachkundigen Igelstation abgestimmt werden.
Wenn Gartenarbeit zur Gefahr wird
Jedes Jahr werden Igel durch den Straßenverkehr, Hundebisse und Gartengeräte verletzt. Besonders gefährlich sind Geräte, die in dichtem Bewuchs oder unter Sträuchern eingesetzt werden, ohne dass vorher nach Tieren geschaut wurde.
Deshalb gilt: Vor dem Mähen, Heckenschneiden oder dem Bewegen von Holz- und Laubhaufen immer genau hinsehen. Wer einen Igel entdeckt, sollte den Bereich vorsichtig behandeln und dem Tier ausreichend Ruhe lassen.
Auch der Straßenverkehr stellt ein erhebliches Risiko dar. Durchlässige Gartenzäune und naturnahe Grünflächen helfen den Tieren, ihre Lebensräume zu erreichen, ohne unnötige Hindernisse überwinden zu müssen.
Igel gefunden – wann ist Hilfe notwendig?
Igel sind Wildtiere. Sie dürfen nicht ohne triftigen Grund aus der Natur entnommen werden. Ein gesundes Tier sollte möglichst in seiner gewohnten Umgebung bleiben können.
Ist ein Igel offensichtlich verletzt, stark geschwächt oder krank, sollte fachkundige Hilfe organisiert werden. Igelsäuglinge, die außerhalb des Nestes gefunden werden, benötigen eine besonders sorgfältige Einschätzung. Sie sollten nicht auf eigene Faust aufgezogen werden.
Wichtig: Nimm einen Igel nicht vorschnell mit nach Hause. Die warme Zimmertemperatur begünstigt stark die Ausbreitung von Parasiten, die das Tier dann zu sehr schwächen kann. Wende dich zunächst an eine erfahrene Igelstation oder eine igelkundige Tierarztpraxis und lass dich beraten.
Eine hilfreiche Anlaufstelle mit Informationen zur Einschätzung von Notfällen und zur weiteren Versorgung ist Pro Igel e.V.:
www.pro-igel.de – Erste Hilfe für Igel
Wildtier in Not – was ist zu tun?
Nicht nur Igel geraten in Not. Auch andere Wildtiere, beispielsweise Füchse oder Rehe, können verletzt oder krank aufgefunden werden.
Wenn du ein offensichtlich verletztes Wildtier entdeckst, halte Abstand und vermeide es, das Tier selbst einzufangen oder mitzunehmen. Aus Angst können Wildtiere unberechenbar reagieren und schwere Verletzungen verursachen. Zudem gelten je nach Tierart besondere rechtliche Vorgaben.
Wende dich an die zuständige Wildtierhilfe, eine fachkundige Stelle oder – wenn es die Situation erfordert – an die Polizei. Bei akuter Gefahr oder einem Unfall kann auch die Feuerwehr der richtige Ansprechpartner sein.
Wichtige Telefonnummern
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Polizei: 110
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Feuerwehr: 112
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TERRA MATER e.V. – Mobile Tierrettung, 24/7: 0170 31 57 618
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TASSO e.V. – 24-Stunden-Notruf-Hotline: 06190 93 73 00
Weitere Informationen findest du in unserem Beitrag: Wildtier in Not – was kann ich tun?
Gemeinsam können wir Igel schützen
Es braucht nicht viel, um einen Garten für Igel sicherer zu machen. Ein liegen gelassener Laubhaufen, eine ruhige Ecke oder ein Durchgang im Zaun können bereits einen Unterschied machen. Entscheidend ist, dass wir Wildtieren Raum lassen und ihre Bedürfnisse bei der Gartenpflege berücksichtigen.
Und wenn ein Igel tatsächlich Hilfe braucht, gilt: lieber fachkundigen Rat einholen, als vorschnell selbst einzugreifen. So unterstützen wir die Tiere dabei, gut durch den Winter zu kommen.