Catuscha – eine Geschichte die uns so traurig gemacht hat
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Catuscha – eine Geschichte die uns so traurig gemacht hat und zum Glück heute ein gutes Ende genommen hat
Mitte April dieses Jahres flüchteten zwei Frauen mit ihren drei Kindern, im Alter von 5 bis 9 Jahren, aus der Ukraine, über Polen nach Deutschland. Mit dabei die zweijährige Yorkshire Terrier Hündin Catuscha. Die Besitzerin der Hündin und Mutter der Kinder, ließ Catuscha bei der Einreise nach Polen von einem Amtstierarzt untersuchen, gegen Tollwut impfen und chippen. Anschließend wurden die Frauen, die Kinder und die kleine Catuscha nach Trier in ein Aufnahmelager gebracht, wo sie 4 Wochen untergebracht waren.
Am 15. Mai kamen sie in der Gemeinde Jockgrim an. Die erste Amtshandlung war: man nahm der Familie die kleine Catuscha weg und verordnete umgehend eine Unterbringung im Tierheim an. So landete die kleine Maus auf unserer Tierauffangstation in Lustadt. Einzelhaft. Als Grund nannte uns die Behörde ein Haustierverbot bei der Unterbringung.
Und schon begann die Trauerphase bei Hund und Mensch. Anders als bei Katzen ist es nicht ratsam Hunde in so einer Lage von ihren Besitzern besuchen zu lassen. Hunde verstehen nicht, warum ihre Besitzer kommen und dann ohne sie wieder gehen. Das Trauerverhalten würde damit ständig wieder hervorgerufen werden. Schrecklich für alle Beteiligten. Alles was unser Team vor Ort versuchte, war für Catuscha nicht genug. Sie wurde von Tag zu Tag sichtbar unglücklicher und zog sich zurück. Für unsere Tierpflegerinnen nur schwer zu ertragen. Die Hündin litt furchtbar.
Die schwer traumatisierte Familie hat alles getan um die rechtlichen Voraussetzungen zur Einfuhr und Haltung in die EU zu schaffen. Darüber hinaus wurde Catuschas Gesundheitsstatus durch unseren Tierarzt im Hinblick auf die Tollwut (Antikörper-Titer Bestimmung) noch einmal untersucht. Alles war und ist in Ordnung.
Wir mussten handeln. Ende Mai haben wir der Behörde noch einmal klar zum Ausdruck gebracht, dass wir aus Tierschutzgründen die Trennung und Unterbringung von Catuscha so nicht mittragen können. Der Hund drohte einzugehen.
Heute kam für alle die Erlösung. Aufgrund unseres Nachdrucks bekamen wir die Nachricht, dass Catuscha zu ihrer Besitzerin und den Kindern endlich zurückdurfte. Zwei unserer Kolleginnen fuhren umgehend zu der Familie und übergaben den Hund. Catuscha war noch so durcheinander, dass sie erst auf dem Arm der Frau überhaupt begriff, dass sie wieder bei ihren Menschen war. Es war ein so emotionaler Moment für alle Beteiligten, dass keiner mehr seine Tränen zurückhalten konnte.
Wir sind so glücklich.
Die entstandenen Unterbringungs- und Tierarztkosten in Höhe von ca. 300 € übernehmen wir, TERRA MATER e.V.
Diese Kosten hätten nicht entstehen müssen, weil der Hund bei der Familie hätte bleiben können. Niemand hätte noch zusätzlich leiden müssen und wir als Tierheim hätten nicht diese Kosten übernehmen müssen.