Unsere Expertin für Katzen

Ina Schweikardt

TERRA MATER Reihe: Interview 6

"Katzen haben ihren eigenen Kopf – und den sollten wir ihnen lassen!"

TM: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben, um uns im heutigen Interview ein paar Fragen zu beantworten. Welche Herausforderungen haben Sie in Ihrer Arbeit hinsichtlich der Pflege von Katzen zu bewältigen?

Ina Schweikardt (IS): Die Population von wildlebenden Katzen steigt rapide an, da diese sich ungehindert vermehren können. Durch die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in den Städten Rheda-Wiedenbrück und Rietberg konnten wir jedoch bewirken, dass eine Kastrationspflicht eingeführt wurde. Durch kontinuierliche Kastrationsaktionen bemühen wir uns seitdem, die ungehinderte Fortpflanzung der Katzen zu kontrollieren.

TM: Was ist grundsätzlich bei der Haltung von Katzen zu beachten?

IS: Katzen müssen in zwei Gruppen unterteilt werden. Zum einem in reine Hauskatzen, zum anderen in sogenannte „Drinnen-Draußen-Katzen“, also Tiere, die sich sowohl im Haus aufhalten als auch draußen. Alle Katzen sollten geimpft sein. Viele Halter, die zu mir kommen, geben an, dass Ihre Katze nicht geimpft werden muss, da sie ausschließlich in der Wohnung gehalten wird. Jedoch können viele Erreger (Katzenseuche, Katzenschnupfen) über die Kleidung des Besitzers ins Haus gelangen. Es muss ferner darauf geachtet werden, dass genügend Kratzmöglichkeiten im Haus vorhanden sind, damit die Katze nicht das Mobiliar angeht.
Die Katze muss kastriert und gekennzeichnet sein. Das heißt, Halter sollten ihre Tiere mit einem registrierten Mikrochip versehen. (Tätowierungen sind nur noch bei Tieren zulässig, die vor dem 3. Juli 2011 geborenen wurden).

Wenn sie vorhaben Ihre Katze mit ins europäische Ausland zu nehmen, benötigt diese einen EU-Heimtierausweis. Auch eine Wohnungskatze muss in diesem Fall gegen Tollwut geimpft sein.

Bei reinen Hauskatzen ist zudem zu beachten, dass das Futterangebot nicht zu groß ist. Reine „Stubentiger“ neigen zu Übergewicht. Um dem entgegenzuwirken ist es ratsam, dass sich die Katze Ihr Futter erarbeitet, z. B. mit einem Spielball oder ähnlichem, in dem das Futter versteckt ist. Je nach Typ kann die Gesellschaft einer weiteren Katze vorteilhaft sein.

Ganz wichtig bei „Drinnen-Draußen-Katzen“ ist, dass ein Floh- und Zeckenschutz vorhanden ist – ob in Form eines Halsbandes oder einer Nackensalbe spielt hierbei keine Rolle. Im Gegensatz zur Hauskatze benötigt der Freigänger eine sehr ausgewogene und energiereiche Ernährung, da er sich viel mehr bewegt. Unbedingt sollte beachtet werden, dass die Katze immer satt aus dem Haus geht, um zu vermeiden, dass sie Giftköder frisst.

TM: Was würden sie Leuten mit auf den Weg geben, die darüber nachdenken, sich eine Katze zuzulegen?

IS: Bevor sich Menschen eine Katze zulegen, sollten sie zuallererst abklären, wer sich um das Tier kümmert, wenn sie z. B. in den Urlaub fahren.

Es muss geklärt werden, ob die Katze ausschließlich in der Wohnung oder mit Freigang-Möglichkeit gehalten werden soll. Wenn die Katze regelmäßig über längere Zeiträume allein zuhause ist, empfiehlt sich dringend die Überlegung, ob auch zwei Katzen gehalten werden können, damit sie Gesellschaft haben.

Abschließend ist zu sagen, dass jedes Tier, dem Sie ein Zuhause geben, Ihr Leben immens bereichern wird.

TM: Vielen Dank für das Interview!

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