Unsere Experten für Gnadenhoftiere

Hansi und Frank Emmrich - Foto: Baernd Fraatz

ERRA MATER Reihe: Interview 4

"Ihr habt es hier so schön – das ist doch ein wahrer Gnadenhof! "Der Gnadenhof des Ehepaars Emmrich liegt im grünen Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt). Seit vielen Jahren engagieren sich Hansi und Frank Emmrich hier mit Herz und Seele für Tiere in Not. Auf ihrem Gnadenhof leben Hunde, Katzen, Papageien, Land- und Wasserschildkröten und viele weitere Tiere.

TM: Wie ist der Gnadenhof in Bad Schmiedeberg entstanden?

Emmrichs (EM): Nun, das passierte eher per Zufall: Wir wohnten damals in einer Wohnung in Leipzig. Doch im Laufe der Zeit wurde es uns dort zu eng, denn mit uns lebten unsere Hunde, Vögel und Fische. Wir träumten von einem Haus am Waldrand und wurden schlussendlich in Bad Schmiedeberg fündig.

Nach unserem Umzug dauerte es nicht lang, bis wir viele weitere Tiere bei uns wohnen hatten, denn wir nahmen alle Tiere auf, die anderswo keine Chance gehabt hätten. Diese Nachricht verbreitete sich in der Gegend wie ein Lauffeuer und schon bald bemerkten die Leute: "Ihr habt es hier so schön und alte Tiere behandelt ihr mit Würde – das ist doch ein wahrer Gnadenhof!".

TM: Ein Gnadenhof bringt viel Arbeit mit sich. Wie haben Sie diese neue Aufgabe gemeistert?

EM: Wir waren von Beginn an mit Eifer dabei, denn wir hatten schon immer ein großes Herz für Tiere. Wir bezahlten alles privat und kümmerten uns selbst um die Baumaßnahmen. Wir verkauften sogar vieles von unserem privaten Besitz, damit wir den Erlös in unsere Tierschutzarbeit stecken konnten. Nach einiger Zeit merkten wir jedoch, dass uns die Kosten, insbesondere für den Tierarzt, über den Kopf wuchsen.

TM: Was passierte dann?

EM: Zu diesem Zeitpunkt – das war 1999 – lernten wir Heinz Zimmermann kennen. Er interessierte sich für unsere Arbeit und erkundigte sich, wie er uns helfen könnte. Für uns war es ein wahrer Segen, als TERRA MATER fortan die Tierarztkosten übernahm und uns dabei half, unseren jetzigen Verein zu gründen. Auf diese Weise konnten wir unsere Tierschutzarbeit ohne Sorgen fortsetzen.

TM: Sie haben schon viele Tierschicksale kennengelernt – welche sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

EM: Besonders rührend war die Freundschaft zwischen einer Katze und einem Fox-Terrier, der bereits blind zu uns auf den Gnadenhof kam. Die Samtpfote achtete immer ganz genau darauf, dass sich ihr Gefährte nirgendwo den Kopf stieß. Auf Spaziergängen stand sie ihm zur Seite und trug stets dafür Sorge, dass er sich nicht verletzte. Wenn Kollisionsgefahr drohte, dann stupste die Katze den Terrier rechtzeitig an.

Auch die Geschichte von Kater Willi erwärmte unser Herz sehr: Eigentlich hatten wir den Kater bereits erfolgreich vermittelt, doch Willi machte sich kurzerhand auf den Rückweg und stand plötzlich wieder – ohne sein neues Herrchen – auf unserem Hof. Natürlich haben wir die treue Seele dann bei uns behalten.

TM: Und was, würden Sie sagen, ist das Besondere am Gnadenhof Emmrich?

EM: Das Besondere ist sicherlich, dass wir ein intensives Vertrauensverhältnis zu unseren Tieren haben. In der Regel sprechen wir viel mit unseren Tieren und kennen die einzelnen Charaktere genau. Unseren alten, schwerhörigen Hunden haben wir alternativ die Bedeutung einiger Handzeichen beigebracht. So wissen sie sofort, wann der gefüllte Futternapf auf sie wartet. Da alle direkt an unserem Alltag teilnehmen, können wir den Tieren rund um die Uhr viel Aufmerksamkeit schenken.

TM: Vielen Dank für das Gespräch!

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