Unser Experte für Pferde

Peter Zimmermann

TERRA MATER Reihe: Interview 7

TM: Schön, dass Sie Zeit für ein persönliches Interview gefunden haben. Was gehört zu einer optimalen Pferdehaltung?

Peter Zimmermann PZ: Eine artgerechte Haltung beinhaltet vor allem ausreichende Bewegung für die Tiere. Die Offenstallhaltung bietet große Vorteile. Es gibt einen geschützten Unterstand, einen Auslauf und Weideflächen. Die Pferde können nach Belieben einen frei zugänglichen Stall aufsuchen.

Ein zweiter Punkt, der immer wieder unterschätzt wird, ist die ausreichende Versorgung mit Frischwasser. Im Sommer trinkt ein Kaltblut bis zu 60 Liter Wasser am Tag. Bei einem Pony sind es immerhin zwölf Liter. Die Tränke sollte also immer gut gefüllt sein, ideal ist frisches Wasser. Und auch eine ausgewogene Ernährung essenziell.

TM: Eine gute Überleitung zur nächsten Frage! Ein paar Worte zur richtigen Fütterung?

PZ: Das Hauptfuttermittel in der „Nichtweidesaison“ ist Heu. Es wird – der freien Natur nachempfunden – vom Boden gefüttert. Durch die maschinelle Ernte und Ballenpressung ist es leider sehr staubig. Das schadet dem Pferd. Es beschleunigt den Alterungsprozess und führt zu Husten. Daher portionieren wir es bedarfsgerecht und wässern es bei empfindlichen Pferden.

Unsere Pferdesenioren erhalten ein von uns bestelltes und von der Mühle Richter in Mockrehna gemischtes Spezialfutter. Es ist mit Selen, Kupfer und anderen Mineralstoffen angereichert und haferlos, um Zähne und Magen zu entlasten. Die Zusammenstellung richtet sich u. a. nach Bodenanalysen der Weiden. Im Winter geben wir zusätzlich Möhren zur Futteraufwertung. Jüngere Tiere, die z. B. in Turnieren eingesetzt werden, brauchen natürlich energiereicheres Futter.

TM: Sie engagieren sich auch sehr für den Reiternachwuchs. In welchem Umfang schulen Sie ihn, auch in puncto Pferdekunde und -pflege?

PZ: Unseren Nachwuchsturnierreitern vermitteln wir von Beginn an den Tierschutzgedanken, der für uns, nicht zuletzt durch die enge Verbindung zu TM, an erster Stelle steht. Dieser ist auch von der FN, der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, institutionalisiert worden, indem sie den „Basispass für Pferdekunde“ als Voraussetzung für Turnierreiter eingeführt hat. Dieses Know-how erleichtert den Aufbau einer Vertrauensbasis zwischen Pferd und Reiter, und Vertrauen ist das wichtigste, immerhin wird viermal pro Woche zusammen trainiert!

TM: Ihr großes Engagement wird auch durch die Nachzucht des Altmärker Kaltbluts deutlich, einer vom Aussterben bedrohten Pferderasse. Wie entwickelt sich dieses Projekt?

PZ: Sehr gut. Aktuell leben bei uns insgesamt neun Tiere, vier Stuten und fünf Wallache. Das Fohlen unserer Lulu, Ara von Korgau, ist inzwischen ein Jahr alt und entwickelt sich prächtig. In sechs bis acht Wochen erwarten wir erneut Nachwuchs – die Stute Anna von Korgau wird fohlen und wir sind alle schon sehr gespannt!

TM: Vielen Dank für das Interview!

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