Die "K-Frage": Katzensteuer - sinnvoll oder nicht?

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Auslöser für die Debatte war ein  Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in dem der Autor sich für eine Besteuerung von Katzen einsetzte, da sie einen gewaltigen “ökologischen Fußabdruck” hinterlassen. Einige Tage später zitierte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) Moritz Heuberger, Bundessprecher der Grünen Jugend, der eine Katzensteuer nicht abgelehnte, wenn er sie auch nicht befürwortete. Dies erhitzte viele Gemüter und führte zu fälschlichen Darstellungen in mehreren Medien, nach denen die Grünen eine Katzensteuer forderten. Von Seiten der Partei wurde dies sofort dementiert, Heubergers Aussage dahingehend richtiggestellt, dass es für die Einführung einer solchen Steuer mehr Informationen und eine umfassende Analyse bräuchte.

Inzwischen ist klar, dass Katzenhalter*innen von Seiten der Politik in nächster Zeit sicher nicht zur Kasse gebeten werden. Was bleibt, ist insbesondere angesichts der 13 Millionen Katzen, die in Deutschland gehalten werden, die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Katzensteuer. Ihre Einführung hätte auch für unsere TM-Tierauffangstation in Lustadt Konsequenzen, denn die Gefahr besteht, dass aus Kostengründen noch mehr Katzen ausgesetzt bzw. direkt dort abgegeben würden. Vielleicht würde eine Steuer aber auch das Gegenteil bewirken und Menschen würden sich dadurch viel bewusster für eine Katze entscheiden.

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Ist es sinnvoller, statt einer Besteuerung von Katzen eine flächendeckende Kastrationspflicht einzuführen? Der deutsche Jagdverband z. B. spricht sich dafür aus, dass Katzenhalter*innen ihre freilaufenden Haustiere registrieren und kastrieren lassen. Auch TM befürwortet dies vor dem Hintergrund der rund zwei Millionen herrenlosen wilden Streuner, die sich, nachdem sie entlaufen sind oder ausgesetzt wurden, in Regionen Deutschlands, in denen Kastrationspflicht noch nicht vorgeschrieben ist, unkontrolliert vermehren. Ohne menschliche Hilfe würden sie elend verhungern oder auch an unbehandelten Krankheiten und Verletzungen sterben. Und darüber hinaus: Wenn diese ausgesetzten oder entlaufenen Tiere Infektionen wie Toxoplasmose, Katzenpilz oder ähnliche Erreger (Dermatophyten) weiterverbreiten, besteht sogar die Gefahr, dass diese auf Menschen übertragen werden!

Seit Jahren arbeiten wir deshalb mit ehrenamtlichen Helfer*innen zusammen, die wildlebende Katzen mit Futter und Unterschlupfmöglichkeiten versorgen und im Krankheits- oder Verletzungsfall zum Tierarzt bringen, wo sie auch kastriert werden. Bereits jetzt erinnert diese Arbeit ein wenig an den Kampf gegen Windmühlen – von den immensen Kosten ganz zu schweigen.

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Daher ist es wichtig, dass die wilden Katzen sich nicht weiter vermehren. Aber auch die Artenvielfalt ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. Denn Katzen, die draußen sind, jagen nun einmal. Naturschützer*innen sorgen sich insbesondere um die Vögel – rund 100 Millionen, so eine Schätzung, sollen im letzten Jahr als „Katzensnack“ geendet haben. Und diese Zahl wird ohne Kastrationspflicht steigen, denn das Fortpflanzungskarussell dreht sich…

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