Die Schildkröten von Graben-Neudorf

So früh wie möglich müssen Kinder im Interesse des Tierschutzes hautnah Tiere erleben können. Nach dieser Terra Mater Maxime handelt der Verein.

Das Ordnungsamt Waghäusel/Wiesental hatte sich für 6-12jährige ein Ferienproprogramm ausgedacht - unter anderem den Besuch im Wasserschildkröten-Zentrum von Terra Mater in Graben-Neudorf.

Die 24 drei-käse-hohen Mädchen und Jungen kamen denn auch - so die siebenjährige Jessica - "voll total gespannt" mit vier Betreuern zu Monika Schlegel, der Leiterin der Schildkrötenstation.
Begrüßung und eine kleine Ansprache. Monika Schlegel erzählt ihren kleinen Gästen wie viele verschiedene Arten von Wasserschildkröten es gibt, was sie fressen, wie man sie richtig pflegt und wie sie in ihrer vorbildlichen Anlage leben.
Die Schildkröten-"Mutter" findet genau den Ton, der den Kleinen den Besuch zum "voll total spannenden" Erlebnis macht. Die Kinder sind begeistert, als sie dann die Tiere in den Becken besichtigen und sogar selbst in die Hand nehmen dürfen.

Manche der Kinder haben selbst eine Schildkröte zu Hause. Sie sind ganz erstaunt, dass Monika Schlegel ihnen vieles erzählt, was sie über ihr kleines Haustier noch nicht wussten.

In den verschiedenen Becken sieht man die Goldfische leicht. Die Schildkröten mit ihren dunklen Panzern sind da schon schwerer auszumachen.

Abwechslung muss sein. Es gibt Kuchen und Getränke und einen Malwettbewerb. Wer malt die schönste Schildkröte? Die Kinder sind mit Feuereifer dabei - es gibt einen kleinen Preis zu gewinnen. Wer gerade nicht malt, darf sich einen Videofilm über Heimtiere ansehen, den Terra Mater für sein Schulprogramm gedreht hat.

Kindgerecht muss ein Programm sein, in dem kleine Tierfreunde lernen sollen, wie Tiere artgerecht gehalten werden sollen. Den Lehrfilm sehen sie mit viel Interesse. Und deshalb werden Monika Schlegel und ihre Helferinnen auch nicht müde, all die Fragen zu beantworten, mit denen sie die Kinder bestürmen.
Am Ende ist auch noch etwas ganz Besonderes zu besichtigen: Eine "Strumpfbandnatter" von der Heinz Zimmermann ganz spannend erzählt: "Ich wurde von einem Ehepaar angerufen. Die sagten: ‚Kommen Sie schnell, in unserem Garten ist eine Schlange. Wir trauen uns nicht mehr aus dem Haus. Da bin ich gleich los gefahren und fand tatsächlich die einen Meter lange Schlange. Gefährlich! Denn zuerst weiß man ja nicht, ob die vielleicht giftig ist.
Aber das ist eine Strumpfbandnatter nicht. Ich habe sie mit dem Kescher eingefangen."
"Und wie ist die in den Garten gekommen?", will eines der Kinder jetzt wissen.
"Wahrscheinlich gehört sie jemandem, dem sie aus dem Terrarium ausgebüxt ist. Den sucht jetzt die Polizei und prüft, ob der überhaupt Schlangen halten darf."
Fast alle Kinder wollen die Schlange mal anfassen. Und sie wundern sich, dass das hübsche Tier gar nicht glitschig ist. Also erzählt ihnen Heinz Zimmermann auch noch was über Schlangen.

Mein Gott, war das alles "voll total spannend". Kleine und große Schildkröten zum Anfassen, eine Schlange, Malen und ein toller Videofilm - die Kleinen sind so begeistert, dass Ortsamtsleiter Herberger fürs kommende Jahr schon mehrere Besuche mit verschiedenen Gruppen plant: "Wir arbeiten mit Terra Mater schon seit längerer Zeit sehr erfolgreich zusammen", sagt Herberger, dessen Großonkel mal unser erster Fußball-Bundestrainer war. "Heinz Zimmermann kommt sofort, wenn wir mit Tieren Probleme haben."
Auch dieser Nachmittag hat ermutigt, Kindern den Tierschutz nahe zu bringen.

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